Der Gemeindeverwaltungsverband Hardheim-Walldürn plant die Neuaufstellung seines aus dem Jahr 2001 rechtsgültigen Flächennutzungsplanes. Unter anderem soll eine 8,79 ha große Fläche in Walldürn für ein neues Wohnbaugebiet Vorderer Wasen II bereitgestellt werden. Trotz massiver Kritik der Bürgerinnen und Bürger, sowie kritischer Hinterfragungen der Fachbehörden an der Ausweisung von Bauland im Naherholungsgebiet und Vorbehaltsgebiet für die Landwirtschaft, wollen Stadtverwaltung und Gemeinderat an dem Vorhaben festhalten.

Zu den Unterlagen auf der Internetseite des Gemeindeverwaltungsverband (Externer Link)

Die Planungsfläche (rot schraffiert) – Darstellung: Bürgerinitiative Walldürn | Kartendaten OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL

Unsere Argumente gegen die Ausweisung einer Wohnbaufläche “Vorderer Wasen II” (Info-Flyer pdf-Datei).

Die Planung ist nicht alternativlos

Es gibt bereits ein rechtskräftiges Baugebiet “Steinacker-Auerberg II”, mit einer unbebauten Fläche von 5,8 ha. Hinzu kommen in Walldürn insgesamt 282 Baulücken und 24 größere Flächen(1).

Das rechtskräftige Baugebiet “Steinacker-Auerberg II” hat ein Potential von 5,8 ha. – Darstellung: Bürgerinitiative Walldürn | Kartendaten LUBW und OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL | Quelle Bebauungsplan: Stadt Walldürn

Planungsfläche befindet sich mitten im Biotopverbund

Wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen gehen durch die Nutzungsänderung verloren(2). Die Flächenplanung “Vorderer Wasen II” nimmt keine Rücksicht auf das wichtige Lebensraumsystem des Biotopverbunds.

Die Planungsfläche liegt im Biotopverbund – Darstellung: Bürgerinitiative Walldürn | Kartendaten LUBW und OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL

Planung zerstört Naherholungsgebiet

Mit der Bebauung der Wohnbaufläche Vorderer Wasen II geht ein großes, für die Naherholung besonders relevantes Gebiet am Ortsrand verloren(2).

Bedarf für Wohnbauflächen nicht nachgewiesen

Die Stadtverwaltung begründet den Bedarf an zusätzlichen Wohnbauflächen mit fiktiven Rechenmodellen und Annahmen, die sie nicht nachweisen kann. Eine schrumpfende Bevölkerung benötigt keine überdimensionierten Baugebiete. 2004 hatte Walldürn insgesamt 12.110 Einwohner, 2018 waren es 11.518 und im Jahr 2033 werden 11.789 vorausgesagt(4). Immer noch ein Minus von 321. Ein Mehrbedarf aufgrund des Bundeswehrstandortes und des Unternehmens Procter & Gamble beruht allein auf Vermutungen(1).

Fläche liegt im Vorbehaltsgebiet für die Landwirtschaft

Durch die Flächenumnutzung gehen hochwertige landwirtschaftliche Grünflächen und Streuobstwiesen mit ihrer wirtschaftlichen und ökologischen Funktion verloren(2).

Vorbehaltsgebiet für die Landwirtschaft (gelb) – Darstellung: Bürgerinitiative Walldürn | Kartendaten LUBW und OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL | Quelle Bebauungsplan: Stadt Walldürn | Quelle Vorbehaltsgebiet: Einheitlicher Regionalplan Rhein-Neckar

Schutzgüter betroffen

Die Schutzgüter Boden, Grundwasser, Landschaftsbild und Erholung, sowie Pflanzen und Tiere werden erheblich beeinträchtigt(2).

Planungsfläche befindet sich im regionalen Grünzug

Die Landschaften in der Metropolregion Rhein-Neckar sollen durch Grünzüge miteinander vernetzt und erlebbar gemacht werden(3). Darauf nimmt die Planung keine Rücksicht.

Regionaler Grünzug (grün schraffiert) – Darstellung: Bürgerinitiative Walldürn | Kartendaten LUBW und OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL | Quelle Bebauungsplan: Stadt Walldürn | Quelle Grünzug: Einheitlicher Regionalplan Rhein-Neckar

(1) Quelle: GVV Hardheim-Walldürn, Begründung zum FNP 2030
(2) Quelle: Umweltbericht zum FNP 2030
(3) Quelle: Einheitlicher Regionalplan Rhein-Neckar
(4) Quelle: Statistisches Landesamt