Der Gemeindeverwaltungsverband Hardheim-Walldürn plant die Neuaufstellung seines aus dem Jahr 2001 rechtsgültigen Flächennutzungsplanes. Unter anderem soll eine 8,79 ha große Fläche in Walldürn für ein neues Wohnbaugebiet Vorderer Wasen II bereitgestellt werden. Trotz massiver Kritik der Bürgerinnen und Bürger, sowie kritischer Hinterfragungen der Fachbehörden an der Ausweisung von Bauland im Naherholungsgebiet und Vorbehaltsgebiet für die Landwirtschaft, wollen Stadtverwaltung und Gemeinderat an dem Vorhaben festhalten.

Zu den Unterlagen auf der Internetseite des Gemeindeverwaltungsverband (Externer Link)

Die Planungsfläche (rot schraffiert) – Darstellung: Bürgerinitiative Walldürn | Kartendaten OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL

Planungsfläche im Biotopverbund

Viele wertvolle Biotope (Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten) gehen durch Nutzungsänderungen, Bebauung sowie Zerschneidung unserer Landschaft verloren. Ziel des landesweiten Biotopverbunds ist es daher – neben der nachhaltigen Sicherung heimischer Arten, Artengemeinschaften und ihrer Lebensräume – funktionsfähige, ökologische Wechselbeziehungen in der Landschaft zu bewahren, wieder herzustellen und zu entwickeln (Quelle: Landesanstalt für Umwelt). Wie in der nachstehenden Übersicht erkenntlich ist, nimmt die Flächenplanung “Vorderer Wasen II” keinerlei Rücksicht auf das so wichtige Lebensraumsystem des Biotopverbundes.

Die Planungsfläche liegt im Biotopverbund – Darstellung: Bürgerinitiative Walldürn | Kartendaten LUBW und OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL

Planung nicht Ressourceneffizient

Dass das Wohnbaugebiet “Vordere Wasen II” nicht alternativlos ist, zeigt sich im Potential des rechtskräftigen Baugebiets “Steinacker-Auerberg II” und zahlreicher innerstädtischer Baulücken und Flächen. Das Baugebiet “Steinacker-Auerberg II” kann angeblich wegen Schwierigkeiten mit der Umlegung nicht erschlossen werden. Bei einer Umlegung werden Grundstücke geschaffen, die nach Lage, Form und Größe für eine bauliche oder sonstige Nutzung geeignet sind. Bei den innerstädtischen Baulücken besteht angeblich kaum ein Verkaufsinteresse der Eigentümer. Hier hinterfragt die BI, ob ein einmaliges Schreiben an die Eigentümer seitens der Kommune als Ressourcenmobilisierung ausreichend ist.

Das rechtskräftige Baugebiet “Steinacker-Auerberg II” hat ein Potential von 5,8 ha. – Darstellung: Bürgerinitiative Walldürn | Kartendaten LUBW und OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL | Quelle Bebauungsplan: Stadt Walldürn

Planungsfläche liegt im Vorbehaltsgebiet für die Landwirtschaft (G)

Die landwirtschaftlichen Flächen und ihre wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Funktionen sollen nachhaltig gesichert und entwickelt werden. Die Landwirtschaft in der Metropolregion Rhein-Neckar soll zur Versorgung der Bevölkerung mit ausreichenden und qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln beitragen. Art und Intensität der landwirtschaftlichen Bodennutzung sollen so ausgerichtet werden, dass die Nutzbarkeit der Naturgüter, die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts, das Landschaftsbild und damit auch die Erholungsfunktion nachhaltig gesichert und entwickelt werden.

Die „Vorbehaltsgebiete für die Landwirtschaft“ sollen vorwiegend der landwirtschaftlichen Nutzung vorbehalten bleiben und im Falle fehlender Alternativen nur in unbedingt notwendigem Umfang für andere Zwecke in Anspruch genommen werden.

Grundsätze der Regionalplanung (G) sind allgemeine Aussagen und als Vorgaben für nachfolgende Abwägungs- und Ermessensentscheidungen öffentlicher und privater Belange zu sehen (Quelle: Einheitlicher Regionalplan Rhein-Neckar).

Vorbehaltsgebiet für die Landwirtschaft (gelb) – Darstellung: Bürgerinitiative Walldürn | Kartendaten LUBW und OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL | Quelle Bebauungsplan: Stadt Walldürn | Quelle Vorbehaltsgebiet: Einheitlicher Regionalplan Rhein-Neckar

Planungsfläche befindet sich im regionalen Grünzug (Z)

In den Regionalen Grünzügen besteht auch ein Entwicklungsauftrag im Sinne einer Aufwertung der Landschaften und Freiräume. Die Landschaften in der Metropolregion Rhein-Neckar sollen miteinander vernetzt und erlebbar gemacht werden. Damit soll die Identität der Region nach innen und außen gestärkt, die Kulturlandschaften zeitgemäß weiterentwickelt, ökologisch wertvolle Bereiche gesichert und die Erholungseignung verbessert werden. Somit werden die Regionalen Grünzüge und Grünzäsuren im Rahmen der kooperativen Regionalentwicklung in der Metropolregion Rhein-Neckar umsetzungsorientiert ausgestaltet.

Ziele der Regionalplanung (Z) sind verbindliche Vorgaben in Form von räumlich und sachlich bestimmten oder bestimmbaren, abschließend abgewogenen Festlegungen zur Entwicklung, Ordnung und Sicherung des Raumes (Quelle: Einheitlicher Regionalplan Rhein-Neckar).

Regionaler Grünzug (grün schraffiert) – Darstellung: Bürgerinitiative Walldürn | Kartendaten LUBW und OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL | Quelle Bebauungsplan: Stadt Walldürn | Quelle Grünzug: Einheitlicher Regionalplan Rhein-Neckar